Was Sie über Alkohol wissen sollten

Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Jeder von uns hat seinen eigenen Umgang damit. Wenn Sie Kinder im Jugendalter haben, wird früher oder später der Tag kommen, an dem Ihr Kind das erste Mal Alkohol probiert. Oft ist das im Alter von 14 oder 15 Jahren. Vielleicht Sind Sie es, die Ihrem Kind das erste Mal Alkohol anbieten – zum Beispiel ein Glas Sekt bei der Konfirmation. Oft aber findet der erste Konsum im Freundeskreis statt.

Manche Jugendliche trinken gar keinen Alkohol oder nur sehr wenig. Es gibt aber auch eine Gruppe von Jugendlichen, die zu viel Alkohol trinken: 17,4% der 12-17-Jährigen geben an, in den letzten 30 Tagen eine Rauscherfahrung aufgrund ihres Alkoholkonsums gehabt zu haben und 5,1% trinken sogar eine für Erwachsene gesundheitlich riskante Menge Alkohol. Leider werden immer wieder Jugendliche wegen ihres exzessiven Alkoholkonsums in ein Krankenhaus eingeliefert.

Was viele nicht wissen: Der Konsum von Alkohol für Jugendliche schädlicher als für Erwachsene. Sie befinden sich noch in der Entwicklung. Alkoholkonsum in der Entwicklungsphase erhöht das Risiko für akute Unfälle und körperliche Schädigungen. Besonders empfindlich reagiert das Gehirn auf Alkohol. Konzentration und Gedächtnis können bei Jugendlichen durch Trinkexzesse in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wenn die eigenen Kinder anfangen, Alkohol zu trinken, ist das oft ein Zeitpunkt, an dem sich Eltern viele Fragen stellen: Wie kann mein Kind einen vernünftigen Umgang damit lernen? Was kann ich eigentlich erlauben? Ist das schädlich? Was ist eigentlich laut Gesetz erlaubt? Aber auch: Wie ist eigentlich mein eigener Umgang mit Alkohol? Haben wir in der Familie klare Regeln, die jeder kennt und an die sich alle halten? Was gebe ich für ein Vorbild ab?

Dies sind gute und wichtige Fragen und es ist sinnvoll, Antworten zu finden, um die eigene Haltung zu festigen und gut in Kontakt mit dem Kind treten zu können. Denn den risikoarmen und verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu erlernen, ist ein längerer Prozess, der von vielen Faktoren abhängt. Einige Faktoren können Sie als Eltern nur wenig beeinflussen, andere aber sehr wohl.

Die Internetseite www.elterninfo-alkohol.de bietet wichtige Infos zum Thema Alkohol und sie liefert darüber hinaus auch viele praktische Tipps für Eltern. Väter und Mütter erhalten Anregungen, wie sie ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol nahebringen können. Ich danke der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen für die Einrichtung dieser informativen Seite, für die ich gern die Schirmherrschaft übernommen habe.

 

Ihre

Cornelia Rundt

Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Auf diesen Seiten können Sie sich rund um das Thema Alkohol informieren. Denn wenn Sie gut über Alkohol, seine Wirkungsweise sowie die Risiken und Gefahren des Konsums im Jugendalter Bescheid wissen, ohne den Alkohol dabei zu verteufeln, können Sie Ihrem Kind wichtige Hinweise geben, wo Experimente keinen Platz haben. Darüber hinaus finden Sie Informationen zum Jugendschutzgesetz (JuSchG), dessen Bestimmungen in erster Linie zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor negativen Einflüssen im öffentlichen Raum liegen.

Machen Sie Ihrem Kind im Gespräch über Alkohol deutlich, dass sich das JuSchG auf medizinische Erkenntnisse stützt und nicht willkürlich gesetzt wurde.

Bei Kindern und Jugendlichen ist weder das Gehirn vollständig ausgereift noch die Entwicklung der anderen Organe abgeschlossen. Daher beeinträchtigt Alkohol Kinder und Jugendliche generell sehr viel stärker als gesunde Erwachsene!

 

Grundsätzlich gilt:

Je später ein Jugendlicher damit anfängt Alkohol zu trinken, desto besser ist das für seine körperliche und geistige Entwicklung! Daher sollte für Kinder Alkohol auch Tabu sein.

Erfahrungsgemäß stellen Kinder es nicht in Frage, wenn Sie als Eltern sagen: "Das ist nichts für Dich, da ist Alkohol drin."

 

Je früher Kinder und Jugendliche mit einem regelmäßigen Alkoholkonsum beginnen, desto häufiger mündet dies später in einem problematischen Konsummuster. Gleichzeitig steigt durch ein frühes Einstiegsalter die Wahrscheinlichkeit für alkoholbezogene Risiken und Gefahren, wie beispielsweise die Verwicklung in gewalttätige Auseinandersetzungen oder Beteiligung an Verkehrsunfällen.

Alkohol...

  • ist ein Zellgift, das fast alle Organe im Körper schädigt und beispielsweise Herzmuskel- und Krebserkrankungen verursachen kann.
  • genauer gesagt Äthylalkohol oder Ethanol, ist eine farblose, brennbare und oft brennend schmeckende Flüssigkeit mit der chemischen Formel C2H5OH.
  • bezeichnet den berauschenden Anteil aller alkoholischen Getränke.
  • wird in Prozent vom Volumen (Volumenprozent = Vol.-%) angegeben.
  • ist nach dem Lebensmittelgesetz ab einem Alkoholgehalt von mehr als 0,5 Vol.-% kennzeichnungspflichtig!
  • wird durch Vergärung von Zucker aus verschiedenen Grundstoffen (Getreide, Früchte und Zuckerrohr) gewonnen. Der Alkoholanteil der daraus entstehenden Getränke ist unterschiedlich: Bier enthält je nach Sorte zwischen 4-8 Vol.-%, Wein liegt bei 10-13 Vol.-%.
  • -gehalt wird bei hochprozentigen Alkoholsorten wie Wodka oder Whiskey durch Destillation deutlich erhöht.
  • ist leichter als Wasser (1 Vol.-% Wasser = 1g / 1 Vol.-% Alkohol = 0,8 g). Demnach enthält ein halber Liter Bier (5 Vol.-%) etwa 20 g reinen Alkohol und ein Glas Wein à 0,1 l (11 Vol.-%) etwa 9 g. Mehr dazu unter reiner Alkoholgehalt.

Weitere Infos finden Sie im Drogenlexikon: www.drugcom.de

Es wird schnell mal zu viel!

Für gesunde Erwachsene ist Alkohol, in vernünftigen Maßen, ab und zu mal als Genussmittel nicht weiter problematisch. Viele Erwachsene überschreiten aber schnell die Empfehlungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Als gesundheitlich risikoarmer Grenzwert für den Alkoholkonsum eines gesunden Erwachsenen gilt: 

Frauen sollten nicht mehr als 12g reinen Alkohol/Tag zu sich nehmen!

Männer sollen maximal 24 g reinen Alkohol/Tag zu sich nehmen!

 

Mindestens zwei Tage in der Woche sollten alkoholfrei sein!

Darüber hinaus ist in bestimmten Situationen Punktnüchternheit angesagt: Kein (Rest-)Alkohol in Schule und Beruf, im Straßenverkehr, bei der Einnahme bestimmter Medikamente oder während der Schwangerschaft und Stillzeit!

Überprüfen Sie sich einmal selbst:

Können Sie diesen Aussagen zustimmen?

  • Bei der Arbeit ist Alkohol für mich tabu.
  • Ich trinke an mehreren Tagen in der Woche überhaupt keinen Alkohol.
  • Grundsätzlich trinke ich keinen Alkohol, wenn ich mit dem Auto fahre.
  • Zum Entspannen brauche ich keine alkoholischen Getränke.
  • Alleine trinke ich so gut wie nie Alkohol.
  • Als Frau: Ich trinke am Tag selten mehr als ein kleines Glas Bier, Wein, Sekt oder Schnaps.
  • Als Mann: Ich trinke am Tag selten mehr als zwei kleine Gläser Bier, Sekt, Wein oder Schnaps.

Na, treffen diese Aussagen auch auf Sie zu? Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Hinterfragen Sie Ihren Alkoholkonsum, wenn Sie bei mehr als drei Fragen anderer Ansicht sind!

Quelle:

Checkliste des BZgA-Ratgebers "Alkohol- reden wir drüber" 2007 

Was tun, wenn es brenzlig wird?

Sollte Ihr Kind das erste Mal betrunken nach Hause kommen, geraten Sie nicht in Panik, sondern versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Schreien Sie ihre Tochter oder Ihren Sohn nicht an, sondern reden Sie Ihrem Kind beruhigend zu und werden Sie sich erst einmal darüber bewusst, in welchem gesundheitlichen Zustand sich Ihr Kind gerade befindet. Ist es "nur" stark berauscht oder steht es unmittelbar vor einer Alkoholvergiftung?

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