...wenn Ihr Kind zwischen 16 - 18 Jahre alt ist

Liebe Eltern,

die meisten Jugendlichen können es kaum erwarten, endlich 16 Jahre alt zu werden. Mit diesem Geburtstag bekommen sie noch mehr Rechte und Freiheiten, erhalten beispielsweise jetzt einen richtigen Personalausweis, dürfen abends länger ausgehen, den Führerschein für Moped oder Roller machen und eben auch ganz offiziell Alkohol trinken. Ihrer 16-jährigen Tochter oder Ihrem 16-jährigem Sohn Alkohol zu verbieten, erscheint im Anbetracht der manigfachen Gelegenheiten und Versuchungen, die unsere Gesellschaft zum trinken von Alkohol bereit hält, eher unrealistisch. Alkohol gehört für viele Menschen zu privaten Partys genauso dazu wie auf Festivals oder in der Disco. In dieser Altersspanne werden nun auch vermehrt hochprozentige Alkoholika konsumiert, dementsprechend kommen Alkoholräusche und -exzesse ebenso häufiger vor. Verhindern werden Sie diese Alkoholexzesse eher kaum. Trotzdem sollten Sie mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn darüber sprechen, um die Risiken möglichst gering zu halten.

Die Meinung der Clique, des Freundes oder der Freundin mag zwar an erster Stelle stehen, dennoch  sollten Sie nicht unterschätzen wie wichtig weiterhin der familiäre Rückhalt bleibt, den Sie Ihrem Kind geben!

Jugendliche orientieren sich nämlich mit ihrem Verhalten nicht nur an ihren Wünschen und Zielen, sondern auch daran, mit wieviel Aufwand der erstebenswerte Zustand verbunden ist und welche Konsequenzen sie für dieses Verhalten zu tragen haben. Hierbei werden nicht nur die finanziellen Ausgaben oder körperliche Anstrengungen gewertet, sondern es wird auch das Überwinden emotionaler Wiederstände berücksichtigt. Ist Ihrem Kind also bewusst, dass Sie als Eltern Trunkenheit kritisch sehen und es Sie ärgert, wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn Alkohol trinkt, muss Ihr Kind dieses also heimlich tun, Sie austricksen und gut aufpassen, nicht erwischt zu werden. Es muss also einen verinnerlichten Wiederstand überwinden bzw. eine gefühlsmäßige Barriere durchbrechen. Da Alkohol weder teuer noch sonderlich schwer für Ihr Kind zu beschaffen ist, sind fast nur Sie als Eltern in der Lage, so ein innerliches Gegengewicht zu schaffen. Ist Ihnen der Alkoholkonsum Ihres Kindes eher egal oder zeigen Sie sogar Verständnis dafür, braucht Ihr Kind fast keine emotionalen Wiederstände zu überwinden und der Aufwand für jugendtypische Trinkexzesse fällt dementsprechend eher gering aus.

Eltern sollten weiterhin Vorbild sein im Umgang mit Alkohol.

Alkohol in Maßen genießen? Ja. Auch mit Ihrem 16-jährigem Kind mal ein Glas Wein, Bier, Biermixgetränk oder Sekt zu besonderen Anlässen wäre in Ordnung. Sich maßlos betrinken ist es allerdings nicht. Außerdem sollten Sie weiterhin wichtige Informationen über Alkoholkonsum und mögliche Risiken und Gefahren vermitteln, da die Quellen aus denen Jugendliche ihr Wissen überwiegend beziehen - Medien, Internet, Halbwissen von Gleichaltrigen etc. - nicht immer solide sind. Auch können klare Regeln und Absprachen dabei helfen, Ihr Kind dabei zu unterstützen, einen risikoarmen Konsum einzuhalten. Das bedeutet nicht, dass sich Ihr Kind selbstverständlich an alle Grenzen hält, aber wenn es eine klar definierte Abmachung bricht, ist es ihm durchaus bewusst.

Schaffen Sie einen sicheren Rahmen durch klare Absprachen und legen Sie Konsequenzen fest, die bei Regelverstößen folgen.

Vereinbaren Sie feste Ausgehzeiten und klären Sie im Vorfeld, wie Ihre Tocher oder Ihr Sohn nach einer Party wieder sicher nach Hause kommt. Sprechen Sie auch über die Folgen, wenn Ihr Kind sich verspätet. Machen Sie deutlich, dass im Staßenverkehr immer 0°/oo (Promille) für unter 21-jährige gelten und dass ein besonders hohes Risiko, unter Alkoholeinfluss in Verkehrsunfälle verwickelt zu werden, besteht. Sollte der Fahrer des Abends gegen alle Absprachen doch Alkohol getrunken haben, bieten Sie an, das Taxi zu zahlen oder den Fahrdienst im Wechsel mit Eltern von Freunden Ihres Kindes zu übernehmen. Zur Verantwotung Ihres Kindes gehört es dafür zu sorgen, dass es für solche Zwischenfälle sein Handy dabei hat und Sie auch anruft, wenn etwas Unvorhersehbares dazwischen kommt.

Kommt Ihr Kind alkoholisiert nach Hause, sprechen Sie es an, sobald es wieder nüchtern ist.

Verschaffen Sie sich erst einmal einen Überblick, wie stark Ihre Tochter oder Ihr Sohn alkoholisiert ist. Bleiben Sie dabei ruhig und beobachten Sie zunächst genau Ihr Kind, um besser helfen zu können, wenn es brenzlig wird. Kommt Ihr Kind trotz anderer Absprachen wiederholt angetrunken oder betrunken nach Hause, übernehmen Sie keinerlei Verantwortung für sein Handeln, sondern setzen Sie angekündigte Konsequenzen zeitnah um, damit Ihr Kind lernt, für seine Taten alleine die Verantwortung zu tragen. Wenn Sie mitbekommen, dass im Feundeskreis Ihrer Tochter oder Ihres Sohnens viel getrunken wird, sprechen Sie das offen an. Versuchen Sie herauszufinden, was hinter dem riskanten Alkoholkonsum steckt. Vielleicht finden Sie ja gemeinsam Ideen für attraktive Alternativen zum Alkohol.

Holen Sie sich Unterstützung von Fachleuten, wenn der Kontakt zu Ihrem Kind durch seinen Alkoholkonsum bröckelt und Sie mit Gesprächen und Regeln keine Verhaltensänderung bewirken können.

Kleinere "Krisen" und Grenzüberschreitungen scheinen in dieser Entwicklungsphase zum Alltag zu gehören. Sollten Sie allerdings beobachten, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn sich regelmäßig betrinkt, um sich besser zu fühlen oder Problemen auszuweichen, holen Sie sich Hilfe. Die MitarbeiterInnen der Beratungsstellen können familiäre Probleme aus professioneller Sicht von außen viel objektiver betrachten und Missverständnisse leichter aufklären und wieder für eine gute Gesprächsbasis sorgen. Alle Beratungsstellen und Hilfeeinrichtungen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und Sie brauchen sich nicht zu sorgen, dass Ihre Probleme öffentlich gemacht werden.

Unter Hilfe, Links und Literatur finden Sie weitere Informationen.

 

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