Im Gespräch bleiben!

Es ist wichtig das Familiengespräch zeitnah nach dem übermäßigen Alkoholkonsum zu führen, damit alle Beteiligten das Geschehene aufarbeiten können. Sorgen Sie für eine möglichst entspannte Gesprächsatmosphäre, in der Sie zuerst einmal ihrer Tochter oder Ihrem Sohn die Möglichkeit geben zu sagen, was sie oder er über den Vorfall denkt. Offene Fragen wie beispielsweise Wie geht es Dir heute?" oder „Was war denn gestern los?"  können Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn den Einstieg in das gemeinsame Familiengespräch erleichtern.

Hören Sie Ihrem Kind zu und lassen Sie es aussprechen

Bleiben Sie dabei ruhig, reagieren Sie nicht wütend sondern sachlich und vermeiden Sie Vorwürfe. Formulieren Sie Ihre Sorge und machen Sie Ihre Haltung gegenüber dem Alkoholkonsum Ihres Kindes deutlich. „Ich hatte richtig Angst um dich und deine Gesundheit und mache mir Sorgen, dass beim nächsten Mal, wenn du feiern gehst, etwas Schlimmeres passiert.“

Zeigen Sie Grenzen auf

Ein Austesten der eigenen und gesellschaftlichen Grenzen gehört zum Erwachsenwerden dazu. Ihr Kind braucht gerade in der Pubertät klare Regeln, damit es lernen kann, mit diesen verantwortungsbewust umzugehen.

Besprechen Sie möglichst vor den ersten Rauscherfahrungen mit Ihrem Kind, welche Sanktionen bei Regelverletzungen folgen werden und lassen Sie ausgehandelten Konsequenzen unmittelbar nach dem Verstoß folgen.

Damit wird der Zusammenhang zwischen dem Fehlverhalten und der Konsequenz für Ihr Kind klarer erkennbar und besser nachvollziehbar. „Du hast gestern Abend eindeutig zu viel getrunken und bleibst daher nächstes Wochenende zu Hause.“

Haben Sie im Vorfeld das Thema Alkohol noch nicht angesprochen, tauschen Sie sich als Eltern ersteinmal untereinander aus, um über die Konsequenzen gemeinsam zu entscheiden.

Damit vereinbarte Konsequenzen Sinn machen, sollten Sie dahinter stehen und diese auch tatsächlich umsetzen. Die Sanktionen sollten dem Alter Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes angemessen sein und möglichst einen Bezug zum Regelbruch hagen. Ich verstehe ja, dass Alkohol für das Feiern in deiner Clique dazugehört. Allerdings musst du eigene Grenzen erkennen und unsere Abmachungen einhalten. Erlebe ich, dass du noch mal so betrunken bist, zeigst du uns nur damit, dass du mit deinen Freiheiten nicht verantwortungsbewusst umgehen kannst und bleibst dann das nächste/ die nächsten Wochenende/n erst mal zu Hause."

Verwechseln Sie das Gespräch nicht mit den Konsequenzen.

Jugendliche haben die Tendenz, alles diskutieren und verhandeln zu wollen. Sie können zwar versuchen zu verstehen, warum sich Ihr Kind sich so oder so verhält, sollten ihm aber auch klare Grenzen als Orientierungshilfe aufzeigen. Loben und ermutigen Sie Ihr Kind, wenn es Regeln einhält: „Ich finde es richtig gut, wie du dich an unsere Vereinbarung hältst und freue mich, das du so verantwortungsvoll mit deiner Freiheit umgehen kannst.“

Auch wenn Ihr Kind findet, dass Sie uncool und zu streng sind, sollten Sie nicht denken, dass Ihr Kind eine toleriernde Haltung wirklich besser findet. Denn mit einer klaren Haltung und der Durchsetzung der Konsequenzen bei Regelverstößen zeigen Sie Ihrem Kind auch, dass Ihr Kind Ihnen wichtig ist und dass Sie sich um es kümmern.

Informieren Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn über das, was Sie auf dieser Internetseite erfahren haben.

Erklären Sie Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn ruhig und sachlich,…



  • dass ein Vollrausch nicht harmlos ist und warum zu viel Alkohol schlecht für Ihre Tochter oder Ihren Sohn ist. Geben Sie Ihrem Kind zuverlässige Informationen und verzichten Sie auf moralische Monologe. „Dein Körper befindet sich noch in der Entwicklung, deshalb ist das Risiko für körperliche Schädigung und die Beeinträchtigung deiner Hirnreifung besonders hoch.“
  • dass häufiges und regelmäßiges Trinken von Alkohol bewirkt, das sich der Körper daran gewöhnt. Es besteht die Gefahr aus der Gewöhnung in eine Abhängigkeit zu rutschen. „Bei Jugendlichen führt häufiger Alkoholkonsum schneller zu einer Abhängigkeit als bei Erwachsenen, da sich der im Wachstum befindende Körper ebenfalls schneller an den Alkohol gewöhnen kann.“
  • dass unter 18-Jährige keine Spirituosen oder spirituosenhaltige Getränke kaufen oder trinken dürfen. „Viele der angesagten Mixgetränke enthalten Spirituosen (wie Wodka oder Rum), also mehr reinen Alkohol als z.B. in einem Bier enthalten ist. Durch den hohen Zuckergehalt wird der Geschmack des Alkohols oftmals verdeckt und es entsteht leicht der Eindruck, man trinke ein harmloses Erfrischungsgetränk. Damit steigt das Risiko, schnell zu viel zu trinken und sich den Gefahren einer Alkoholvergiftung auszusetzen.“
  • dass das Trinken von Alkohol keine Probleme löst, sondern eher noch welche schafft. Fragen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn nach den Gründen für den Alkoholkonsum. „Mit wem (wo und in welchen Situationen) trinkst du Alkohol und wie geht es dir dabei?“

Nehmen Sie die Probleme Ihres Kindes ernst. Auch wenn Sie die Probleme Ihrer Tochter Ihres Sohnes vielleicht nicht nachvollziehen können, zeigen Sie Verständnis, denn für Ihr Kind sind diese sehr bedeutend.

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