Jugendliche an den Alkoholkonsum heranführen oder nicht?

In den verschiedenen Elternratgebern befinden sich teilweise sehr widersprüchliche Aussagen, ob und in welchem Umfang es einen positiven Einfluss auf den Alkoholkonsum von Jugendlichen hat, wenn Eltern das eigene Kind in den Alkoholkonsum einführen. Unterschiedliche Verhaltensweisen, wie dem eigenen Kind Alkohol in geringen Mengen anzubieten, ab und zu gemeinsam Alkohol zu trinken oder regelmäßigen Alkoholkonsum des Kindes zu billigen, stehen immer im Zusammenhang mit dem grundsätzlichen elterlichen Erziehungsverhalten und zeigen in Studien uneindeutige und teilweise widersprüchliche Ergebnisse. Die Literatur bleibt an dieser Stelle uneinig und es bedarf weiterer Forschung.

 

In Elterngesprächen aus der Praxis des HaLT-Ptojektes berichten Väter von ihren Erfahrungen, als sie unter Anleitung ihres Vaters den ersten Rausch und am nächsten Morgen den ersten heftigen Kater erlebten. Von dieser abschreckenden Methode ist aus heutiger Sicht abzuraten, da jeder Alkoholrausch insbesondere für Kinder und Jugendliche- ob mit oder ohne elterliche Begleitung- ein gesundheitliches Risiko darstellt.   

Orientieren Sie sich daher unbedingt an den gesetzlichen Regelungen des Jugendschutzgesetzes. Alkohol darf in der Öffentlichkeit grundsätzlich nicht an unter 16-Jährige abgegeben werden und der Konsum von Alkohol ist für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ebenfalls verboten!  

 

Vertretbar ist, wenn Jugendliche - also ab 14 Jahren - anfangen, sich verstärkt für Alkohol zu interessieren, ein begrenztes Mitmachen wie beispielsweise das Anstoßen mit Wein, Bier oder Sekt zu Silvester, zu dulden.

Ziel sollte es immer dabei sein, dem Alkohol die Faszination zu nehmen und einen verantwortungs- vollen Umgang zu vermitteln.  Spirituosen - pur oder gemixt - sind nichts für Jugendliche und sollten auch von Erwachsenen nur maßvoll getrunken werden!

So vereinbarte eine Mutter beispielsweise mit ihrem 14-jährigen Sohn, dass er hin und wieder Alkohol trinken dürfte, wenn er außer Haus sei – zu Hause war sie dagegen. Ihre Grenze machte sie dennoch deutlich: „Erlebe ich, dass du betrunken nach Hause kommst, darfst du erst wieder länger weg, wenn du 16 bist. Weil ich dann merke, dass du mit deiner Freiheit nicht umgehen kannst. Diese Mutter signalisierte damit deutlich, dass sie Ihrem Sohn vertraut und er mit seinen Freunden gemeinsam Spaß haben soll. Aber auch, dass er mit 14 Jahren noch zu jung für einen Alkoholrausch ist.

 

Bespiel aus dem Buch „Filmriss, Koma, Suchtgefahr“ von Heidi Kuttler und Franz Schmider. 

Grundsätzlich gilt:

Je später Ihr Kind damit anfängt Alkohol zu trinken, desto besser ist das für seine körperliche und geistige Entwicklung!

Es ist wahrscheinlich leichter, wenn Sie mit Ihrem Kind im Alter von 13-15 Jahren eine klare Abmachung treffen, dass Partys und Feste bei Ihnen zu Hause grundsätzlich alkoholfrei sind. Welche Vereinbarung Sie treffen und welche Konsequenzen folgen, wenn diese nicht eingehalten werden, hängt immer auch von Ihrer eigenen Einstellung zum Alkoholkonsum, von Ihrer Beziehung zu Ihrem Kind und letztlich auch von seinem bisherigem Verhalten ab.

Bleiben Sie aufmerksam für die vielen Dinge, bei denen Ihr Kind sich richtig Mühe gibt. Überlegen Sie sich spontan drei Sachen, die Sie an Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn super finden - und sagen Sie Ihrem Kind dies bei der nächsten Gelegenheit.

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